FC Germania 08 Dörnigheim
Heimische Mannschaften drücken dem Maintal-Cup ihren Stempel auf | Nachbericht zur Stadmeisterschaft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Maintal Tagesanzeiger / Eberhard Dunkel   
Mittwoch, den 18. Januar 2012 um 21:36 Uhr

Lesen Sie hier den Nachbericht zur Hallenstadmeisterschaft 2012 des tagesanzeiger.


Gastgeber FC Hochstadt ist vollauf zufrieden – Hallen-Fußball erfährt eine Aufwertung – 200 Zuschauer und 112 Tore sorgen für Stimmung unter dem Hallendach

Maintal. – Die emotionale Achterbahnfahrt ging ungebremst weiter. Vor einem Jahr noch schien das Aus dieser Traditionsveranstaltung besiegelt. Das Zuschauerinteresse hatte spürbar nachgelassen, auch stimmten die Darbietungen auf dem Parkett nur selten zufrieden. Am Sonntagabend wiederum waren – zumindest in den heimischen Fußball-Lagern – nur zufriedene Gesichter auszumachen. Hatten es doch alle Maintaler Mannschaften verstanden, der inoffiziellen Stadtmeisterschaft ihren Stempel aufzudrücken. Rund 200 Zuschauer hatten nicht nur die 112 Turniertore erfreut zur Kenntnis nehmen, sondern auch eine sportliche Wiedergeburt erleben können. Es war der spielerisch ansehnlichste Wettbewerb seit langen Jahren, vielleicht sogar das Beste, was bezüglich dieser Traditionsveranstaltung jemals geboten wurde.
Kein Wunder, dass Hochstadts Vorsitzender Manfred Maier auch am gestrigen Montag über das gesamte Gesicht strahlte: „Ich bin zufrieden, das Turnier war sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ein Erfolg.“ In Ordnung seien auch die Schiedsrichter-Leistungen gewesen. Und weil die Zuschauer begeistert mitgegangen seien, habe es allen Beteiligten großen Spaß gemacht. Nun hofft der Vereinschef des Gruppenligisten, dass das seiner Meinung nach „bewährte Konzept“, Mannschaften aus der näheren Umgebung mit einzubinden, beibehalten wird. „Unser Maintaler Turnier hat neues Leben eingehaucht bekommen, dies sollten wir alle für die Zukunft nutzen“, gibt er den Ball mit großen Hoffnungen versehen an die kommenden Ausrichter weiter.
Auch mit Dank wollte Manfred Maier gestern im Gespräch mit dem MAINTAL TAGESANZEIGER nicht sparen: „Er geht in erster Linie an die Stadt Maintal, insbesondere an Udo Jung. Denn er hat es ermöglicht, dass wir wieder auf größere Tore spielen konnten, das Turnier damit an Qualität und Attraktivität gewann.“ Auch die zahlreichen Helfer aus den eigenen Reihen vergaß er nicht zu erwähnen. So stellte der FC Hochstadt die Turnierleitung (Kathrin, Janine und Michael Röhrig sowie Conny Stang), mit Maier selbst einen unterhaltsamen und wenn nötig, beruhigend eingreifenden Hallensprecher, und ließ auch keine Wünsche offen, wenn es um das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste ging. Natürlich galt es auch, genügend Personal für den Kassenbereich aufzubieten. Als einige gerade angekommene Zuschauer aus Niederissigheim erfahren mussten, dass ihre Mannschaft vorzeitig abgereist war und sie deshalb keine Lust mehr hatten, weiter in der Maintal-Halle zu verweilen, bekamen sie anstandslos ihren finanziellen Einsatz zurückerstattet.
Niederissigheim sorgt für einen Eklat
Was sich am Sonntag ereignete, war im Verlauf dieser langen Traditionsveranstaltung in der Maintal-Halle noch nie zu erleben gewesen – und wird hoffentlich keine Wiederholung finden. Denn nach drei deftigen Klatschen reiste der TSV Niederissigheim noch vor dem Platzierungsspiel ab. Ein unglaubliches Verhalten der Verantwortlichen, das auch damit nicht zu entschuldigen war, nur noch drei gesunde Akteure zur Verfügung zu haben. In der Maintal-Halle erhärtete sich der Verdacht, dass nach 38 Gegentoren in drei Gruppenspielen keine Lust mehr bestand. Weil der Kreisoberligist am Wochenende gleich drei Turnierteilnahmen angenommen hatte, entsandte er eine Mannschaft in die zweitgrößte Stadt des Main-Kinzig-Kreises, die den Ansprüchen in keinster Form genügte. Ein Vorwurf ist den Akteuren nicht zu machen, wohl aber jenen, die mit ihrem verantwortungslosen und unverschämten Verhalten dem FC Hochstadt und allen anderen Beteiligten vor den Kopf stießen.
Manfred Maier meinte dazu am gestrigen Tag: „Es wäre für den Wettbewerb sportlich wertvoller gewesen, wenn Niederissigheim mit einer stärkeren Truppe angereist wäre. Doch dieses Verhalten ist nicht zu akzeptieren.“ Zum einen habe man beim TSV die Qualität des Maintal-Cup-Turniers unterschätzt, zum anderen völlig gedankenlos gehandelt. Maier abschließend: „Ich bin maßlos enttäuscht.“
Der abstiegsbedrohte Kreisoberligist braucht sich nicht einzubilden, wenn überhaupt, aus Maintal so schnell wieder eine Einladung zu erhalten – darin waren und sind sich alle Turnierbeteiligten einig.
Alle fünf Maintaler Teams überzeugen
Dass Bargeld nicht immer ein Lockmittel ist, um bessere Leistungen herauszukitzeln, wurde am Sonntag in der Maintal-Halle eindrucksvoll bestätigt. Zumindest die heimischen Vertreter schienen erkannt zu haben, dass die Verpflichtung bestand, wesentlich mehr Leistung abzurufen als in den vergangenen Jahren. Da die Ausrichtung Jahr für Jahr wechselt und auch die Einnahmen aus solch einer Veranstaltung dringend benötigt werden, profitieren alle heimischen Fußball-Vereine vom Maintal-Cup. Bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnis nicht wieder in Vergessenheit gerät. Sehenswerte und torreiche Begegnungen ziehen nach wie vor Sportinteressierte an. Zwar nicht mehr so viel wie in der Vergangenheit, doch ist es noch immer möglich, die Resonanz zu steigern. Was am Sonntag der Fall war. Denn 200 Zuschauer bedeuteten einen erfreulichen Anstieg.
Alle fünf aus Maintal stammenden Mannschaften wussten zu überzeugen. Damit hatte man im Vorfeld nicht rechnen können. Der FSV Bischofsheim ging als verdienter Sieger aus dem Maintal-Cup hervor. Schon alleine deshalb, weil er im Endspiel die bessere Mannschaft auf dem Parkett stehen hatte. Nun, der FC Germania Dörnigheim agierte über das gesamte Turnier gesehen keinesfalls schwächer, musste aber neidlos anerkennen, dass der Gegner in der entscheidenden Partie einen Tick stärker auftrat. Das Endspiel hätten aber auch der FC Hochstadt und Kewa Wachenbuchen bestreiten können. Beide hatten das große Pech, im Halbfinale nach Neunmeterschießen auszuscheiden. Nicht zur vergessen der abstiegsbedrohte A-Ligist Dörnigheimer SV, der die eigentliche Überraschung darstellte und durchaus auch im Halbfinale hätte auftauchen können.
Keine Frage, die Gastmannschaften blieben hinter den Erwartungen zurück. Während sich Niederissigheim einem gnadenlosen Scheibenschießen ausgesetzt sah, lief Gruppenligist Germania Enkheim seiner Form hinterher, schoss nach Aussage seines Trainers Holger Klyszcz „schlicht und einfach zu wenig Tore“. Im Lager des SV Gronau bestand nach dem letzten Turnierspiel „Explosionsgefahr“. Jedenfalls war Jochen Kostiris ob des überheblichen Auftretens seiner Mannen derart verärgert, dass er sie mit barschem Ton sofort in die Kabine bestellte. „Da wird es jetzt krachen“, meinte ein Gronauer Betreuer schmunzelnd. Dennoch sollte man über diese beiden Vereine nicht gleich den Stab brechen – sie haben es verdient, im kommenden Jahr in Maintal Wiedergutmachung zu betreiben. Wenn sie es dann noch wollen.
Gute Schiris und sichere Schützen
Auch Schiedsrichter sind nur Menschen. Diese Erkenntnis ist zwar uralt, muss aber immer wieder aufgefrischt werden, da es Zeitgenossen gibt, die meinen, es überall und immer besser zu können. Die Leistungen von Niklas Rau (FC Kaichen), Darius Taher (SC Windecken) und Achim Schrödter (KSV Eichen) fielen zwar nicht fehlerfrei aus, gaben aber keinen Anlass zu überzogener Kritik. Dass es im Verlauf der 17 Turnierspiele lediglich bei sechs Zeitstrafen blieb, hatte damit zu tun, dass dieses „Trio in Schwarz“ sehr viel Fingerspitzengefühl an den Tag legte – ohne dabei seine klare Linie zu verlieren.
Bezüglich des Torschützenkönigs lieferten sich Cihan Aydin (FSV Bischofsheim) und Martin Knust (Germania Dörnigheim) ein mitreißendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das der Mittelfeldspieler der „Frösche“ mit 11:10 zu einen Gunsten entschied. Praktisch in letzter Sekunde des Endspiels machte Aydin mit seinem Treffer zum 4:2-Endstand alles klar. Ausgezeichnet wurden vom gastgebenden FCH auch noch Rachid Boujraf (Germania Dörnigheim) als bester Turnierspieler sowie Dennis Weinz (Dörnigheimer SV) als überragender Torwart.
Zurück zu den Toren: 112 waren am Sonntag in der Maintal-Halle zu bestaunen. Gegenüber 49 aus dem Jahr zuvor eine gewaltige Steigerung. Dank der größeren Gehäuse. Hinter den beiden erfolgreichsten Schützen reihten sich ein – 6: Cimen (FC Hochstadt); 5: Sungun (FC Hochstadt); 4: Attanin, Walter (beide FSV Bischofsheim), Gietz (Dörnigheimer SV); 3: Traut, Del Carpio, Toura, Matkovic, Vancura, Salu (alle SV Gronau), Boujraf, Calvo-Rodriguez (beide FC Germania Dörnigheim), Lehr, Außenhof (beide FC Hochstadt); 2: Liuzzo, Köhler, Abdessadki (alle FSV Bischofsheim), Neufeld (FC Hochstadt), Hofmann, Reitz, Doppel (alle Kewa Wachenbuchen), Hansen, Karaduman (beide Dörnigheimer SV), Erhardt (TSV Niederissigheim), Shabani (FC Germania Dörnigheim), Freytag (FC Germania Enkheim); 1:  Tomic, Mutaf, M. Lange (alle FC Germania Enkheim), Kister, Sebisch (beide FC Hochstadt), Bauer, Christ (beide TSV Niederissigheim), Reich, Colin Stein (beide Kewa Wachenbuchen), Benning, El-Barkani, Dietrich (alle FC Germania Dörnigheim), Schuster (Kewa Wachenbuchen), Schuster (Dörnigheimer SV).
Alle eingesetzten Akteure im Überblick
FSV Bischofsheim: Öztürk/Reck – Köhler, Liuzzo, H. Abdessadki, Aydin, Walter, Attanin, Schreiber
FC Germania Dörnigheim: Peter/Schäfer – Dietrich, Calvo-Rodriguez, Boujraf, Shabani, F. Benning, Knust, Abendroth, El-Barkani
FC Hochstadt: Wiegand/Waldert – Sebisch, Neufeld, Maroufi, Westenburger, Außenhof, Lehr, Sungun, D. Cimen, Kister, Röhrig
Kewa Wachenbuchen: Künzel – Fritz, Reuhl, Reitz, Hofmann, Doppel, T. Stein, Col. Stein, Schuster, Reich
Dörnigheimer SV: Weinz/E. Karaduman – Schuster, Rundensteiner, Hansen, Sv. Gietz, Lichtenfels, S. Karaduman, Müller, Rahimi, Klair
SV Gronau: Michel – Tement, Ruppert, Del Carpio, Salu, Matkovic, Traut, Pereira, Vancura, Toura
FC Germania Enkheim: Brunnacker/P. Benning – Ahmed, Mutaf, F. Lange, M. Lange, Freytag, Segesser, Tomic, Martinovic
TSV Niederissigheim: Lugert – Heynitz, Bauer, Gottesleben, Christ, Erhardt, Elsbett

Eberhard Dunkel